Borest du dich noch oder burnst du schon?

Boreout vs Burn Out – Langeweile vs. Ausgebrannt sein

Langweilst du dich am Arbeitsplatz? Findest du, dass dein Job keinen Sinn macht, nicht deinen Talenten entspricht und du dich nicht erfüllt fühlst? Oder stresst dich die Arbeit und der Alltag so sehr, dass du ständig auf Hochspannung bist, dich manchmal selbst nicht mehr erkennst, weil du andauernd genervt bist und dadurch schlechte Laune und  Aggressivität spürst?

Die Gratwanderung zwischen Boreout und Burn-Out ist nicht immer gleich erkennbar.

Daher wollen wir uns die Symptome nochmal genauer anschauen. (Quelle Wikipedia)

Symptome Boreout:

  • Müdigkeit
  • Desinteresse
  • Schlechte Laune
  • Leidenschaftslosigkeit
  • Langeweile durch Unterforderung
  • Identifikationsprobleme mit der eigenen Arbeit
  • Kopfschmerzen bis zur Depression

Symptome Burn-Out:

  • Chronische Müdigkeit und seelische Erschöpfung, die auch nach einer Erholungs-Auszeit (wie z.B. Urlaub) nicht verschwindet.
  • Distanzierung von der Arbeit, d.h. der Verlust der inneren Beziehung zur Arbeit, der sich in einem verringerten Bedürfnis nach Erfolg bei der Arbeit, in abwertenden und zynischen Gedanken über die Arbeit bis hin zu dem Wunsch äussert, in einen anderen Beruf zu wechseln.
  • Körperliche Beschwerden, wie z.B. Schlafstörungen, höhere Anfälligkeit für Krankheiten, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Blutdruckinstabilität, Herzrasen, Tinnitus.
  • Psychische Veränderungen, wie erhöhte Gereiztheit, innere Unruhe, die Unfähigkeit, nach der der Arbeit abschalten zu können, Rastlosigkeit, innere Leere, Lustlosigkeit, Angst, Langeweile, Verzweiflung, Resignation, Frustration, Sinnlosigkeitsgefühle, Abstumpfung.
  • Kognitive Leistungseinschränkungen, wie z.B. Konzentrationsstörungen, Entscheidungsunfähigkeit, Selbstzweifel, Wahrnehmung von Leistungsverlust.
  • Änderungen im Verhalten, beispielsweise sozialer Rückzug, Hyperaktivität, Konsum suchtfördernder Substanzen, Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten

Wie entsteht ein  Boreout? (Unterforderung)

Boreout entsteht bei Unterforderung. Der Arbeitnehmer übernimmt Aufgaben, welche Ihn nicht fordern bzw. fördern. Man kann also mehr, aber die Fähigkeiten werden im Job nicht gebraucht oder es wird nicht danach gefragt. Dadurch entsteht Langeweile und Lustlosigkeit, weil man nicht weiss, was man tun soll. Des Weiteren stimmen die eigenen Werte nicht mit denen der Firma überein und man kann sich dadurch nicht mit der Firma identifizieren.

Eine Unterscheidung ist wichtig: Boreout ist nicht gleich Faulheit. Boreout Betroffene sind nicht faul, sondern faul gemacht. Wer faul ist, will nicht arbeiten, auch wenn man ihn lässt. Wer unterfordert ist, will arbeiten, aber das Unternehmen lässt ihn nicht.

Warum man unter dem Bore-out Syndrom leiden kann, erklärt Rüdisser-Rall folgendermaßen: „Die Ursachen können darin liegen, dass die Betroffenen schon in der Ausbildung nicht das machen, was sie eigentlich machen wollen. Später arbeiten sie dann in einer Firma, die sie nicht entsprechend ihrer Möglichkeiten und Talente fordert und fördert. Die meisten Menschen möchten etwas leisten und fühlen sich dann wohl, wenn sie sich weder unter- noch überfordert fühlen und eine entsprechende Anerkennung für ihre Leistung, sowohl ideell wie auch finanziell, erhalten.“ Es kann aber auch sein, dass Betroffene einfach im falschen Unternehmen arbeiten. Die Arbeit sollte für einen selbst Sinn machen, herausfordernd und interessant sein. Es liegt daher auch an den Führungskräften zu erkennen, ob die Mitarbeiter optimal gefordert und gefördert werden. Denn das Bore-out Syndrom hat nichts mit Faulheit, sondern vielmehr mit mangelnder Herausforderung in der Arbeit zu tun.

Wie entsteht ein Burnout?

Ein Burnout-Syndrom entsteht nie aufgrund eines einzelnen Stressfaktors. Es bedarf immer mehrerer Stressoren über längere Zeit, meist einer Kombination arbeitsbedingter und persönlicher Belastungen.

Am Anfang einer Burnout-Entwicklung steht das Über-Engagement (Überforderung) in einem oder mehreren Lebensbereichen (Beruf, Freizeit und Familie): Es brennt vor Allem aus, wer vorher „Feuer und Flamme“ war. Meist trifft es daher die ehrgeizigen Karrieristen und die besonders sozial Engagierten. Der Glaube, dass sich der Wert als Mensch alleine aus Leistung ergibt, führt in einen Teufelskreis. Überstunden werden dadurch zur Regel, wodurch die eigenen und die nichtberuflichen Bedürfnisse immer weniger gelebt werden.

In den späteren Phasen sind  Verhaltensänderungen offensichtlich: Kritik wird abgewehrt, die Arbeit selbst verliert an Kreativität und wird immer unflexibler. Am Ende wird das Verhalten dominiert durch das Gefühl der Sinnlosigkeit und des Desinteresses an der Arbeit. Die Motivation liegt am Boden, das Gefühl totaler Erschöpfung überwiegt. Es folgen Depressionen bis hin zu existenziellen Ängsten verbunden mit Suizidgedanken.

Wie ihr seht, sind die Unterschiede von dem Symptomen nicht sehr leicht erkennbar.  Es bedarf am Besten immer noch eine Diagnose von einem Fachmann/frau, zB. Psychologe, Coach usw.

Ich selbst bin durch beide Varianten gegangen. Habe Jobs ausgeübt, bei welchem ich mich zu Tode gelangweilt habe und dann wieder Jobs, dich mich so gestresst haben, dass ich abends nicht schlafen konnte und ich ständig gereizt und nervös war. Ich selbst habe es auch gar nicht als Burn-Out bzw. Boreout erkannt, ich dachte immer, das würde mich nicht betreffen, da ich stark bin un damit umgehen kann. Nachdem ich aber ständig ein Stechen im Brustbereich hatte und nachts nicht mehr schlafen konnte, bin ich zum Arzt. Dieser hat gleich gemeint, ich hätte eine Erschöpfungsdepression alias Burn-out. In dem Moment als er dies aussprach, ging es mir sofort besser und das Stechen im Herzen war verschwunden. Manchmal braucht es einen Menschen, der einen erkennen lässt, was eigentlich mit einen los ist, wie ein Spiegel, der dir das knallhart ins Gesicht sagt. Allein schafft man das nicht immer, weil einem die Erfahrungswerte und das Gespür fehlen. Es ist wie wenn man eine neue Sportart ausübt, man muss zwar auch selbst jeden Tag üben, aber manchmal geht es schneller, wenn man Tipps von Leuten erhält, die es schon drauf haben und die es bereits perfekt können. Gerade als hochsensible Person ist man schnell in einem Burnout, da man selbst einen hohen Anspruch an sich selbst hat und nicht gleich merkt, wenn es einem zu viel ist.

Boreout oder Burn-out sind beide nicht förderlich und je früher man dies erkennt, desto schneller kann man dagegen etwas tun, bevor es zu spät ist.

Aber WAS?

  1. Erkennen – es ist wichtig, dass du selbst erkennst und dir bewusst machst, ob du dich zu Tode langweilst oder dich aufopferst. Informiere dich, wenn nötig, im Internet, über das Boreout bzw Burnout-Syndrom
  2. Eine Arbeit finden, die für einen „Sinn“ macht –  Man soll das Gefühl haben, die Arbeitszeit ausfüllen zu können mit einer Arbeit, die erfüllt und Freude macht. Die Arbeitszufriedenheit stellt sich ein, wenn die drei Kriterien Sinn, Zeit und Geld berücksichtigt sind.
  3. Professionelle Hilfe suchen bei einem Psychotherapeuten oder Coach – dieser kann helfen die eigenen Interessen und Ziele zu erkennen und aufzeigen, wie diese Ziele erreicht werden können.
  4. Darüber reden – mit Freunden, mit mir, mit Menschen, die einen gut tun
  5. Entspannung und körperliche Aktivität: Das Erlernen einer Entspannungstechnik  ist ein wertvoller Bestandteil der Burnout-Behandlung. Aber auch körperliche Aktivität wirkt unterstützend, um die Anforderungen des Alltags besser meistern zu können.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit dem Burnout oder Boreout-Syndrom?

Wie seid ihr damit umgegangen?

Alles Liebe und Freiheit

Nadine

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*